1. Mannschaft

Vom Spielfeld an die Seitenlinie: Steven Schultz übernimmt als Co-Trainer

19. August 2026

Jahrelang stand Steven Schultz für Bergfelde selbst auf dem Platz. Zur neuen Saison wechselt er nun die Seiten: Aus dem Mitspieler wird der Co-Trainer. Warum die Entscheidung für ihn schnell feststand, was sich für ihn verändert und welche Ziele er mit dem Verein verfolgt, erzählt er im Interview.

Der Weg vom Spieler zum Trainer beginnt für Steven Schultz mit einem ungewohnten Gang durch den Sportpark. Nicht mehr links in Richtung Spielerkabine, sondern rechts in die Trainerkabine. Eine kleine räumliche Veränderung, die sinnbildlich für eine große neue Aufgabe steht.

Bereits während seiner aktiven Zeit war für Schultz klar, dass die Trainerrolle irgendwann folgen sollte. Dass dieser Zeitpunkt nun gekommen ist, lag allerdings nicht nur an einem lange gefassten Plan. Sein Körper habe ihm nach Spielen und Trainingseinheiten immer häufiger signalisiert, dass die aktive Karriere langsam an ihre Grenzen kommt. „Bevor es noch schlimmer wird, habe ich für mich entschieden, aufzuhören.“

Eine Entscheidung ohne langes Überlegen

Lange musste Schultz über den nächsten Schritt dennoch nicht nachdenken. Als ihn Cheftrainer Dirk Opitz bei einem gemeinsamen Essen fragte, ob er sich vorstellen könne, künftig als CoTrainer an seiner Seite zu arbeiten, war die Antwort schnell gefunden.

„Für mich war immer klar, dass ich gerne Trainer sein möchte nach meiner aktiven Zeit.“

So ganz abgelegt ist die Spielerrolle allerdings noch nicht. Auch wenn die Entscheidung für den Trainerposten mit großer Überzeugung getroffen wurde, „kribbelt“ es manchmal noch, selbst wieder auf dem Platz zu stehen. Besonders an Spieltagen.

Die größte Umstellung findet deshalb nicht unbedingt auf dem Platz statt, sondern rundherum. Wo früher Trainingspläne einfach befolgt wurden, müssen sie nun selbst mitentwickelt, vorbereitet und organisiert werden. Aus demjenigen, der zum Training kommt, wird einer, der sich Gedanken darüber macht, was beim Training überhaupt auf dem Plan stehen soll.

Autorität ohne Rollenwechsel

Eine besondere Herausforderung beim Wechsel vom Mitspieler zum Trainer könnte die neue Hierarchie innerhalb der Mannschaft sein. Für Schultz scheint das allerdings weniger kompliziert als gedacht. Seine Art, auf dem Platz und im Training aufzutreten, sei ohnehin schon recht autoritär gewesen.

„Die Jungs kennen mich alle gut und wissen, wie ich ticke.“

Die neue Funktion bedeutet für ihn deshalb nicht, plötzlich eine andere Persönlichkeit an den Tag legen zu müssen. Vielmehr soll die Zusammenarbeit weiterhin von Respekt und gegenseitigem Vertrauen geprägt sein. Entscheidungen des Trainers sollen dabei klar sein, aber niemals persönlich genommen werden.

Auf Augenhöhe bleiben, respektvoll miteinander umgehen und trotzdem klare Entscheidungen treffen: Für Schultz gehört genau diese Mischung zu einer guten Mannschaftsführung.

Frischer Wind für das Trainerteam

In das Trainerteam möchte Schultz vor allem eines einbringen: Neugier. Als junger Trainer wolle er möglichst viel lernen, neue Ideen aufnehmen und gleichzeitig eigene Impulse setzen.

„Mit meiner jungen und neugierigen Art, Neues zu lernen, bringe ich frischen Wind ins Trainerteam.“

Damit ist der Rollenwechsel für ihn keineswegs ein Endpunkt seiner Entwicklung. Im Gegenteil: Die neue Aufgabe wird auch als Chance verstanden, sich selbst weiterzuentwickeln und gemeinsam mit dem Trainerteam besser zu werden.

Was vom Spieler bleibt

Ganz loslassen lässt sich die aktive Zeit natürlich nicht. Vor allem ein Gefühl wird Schultz nach eigener Aussage vermissen: das unmittelbare Erlebnis auf dem Platz.

„Ich denke, das Gefühl, das man hat, wenn man ein Tor geschossen oder eine Vorlage gegeben hat.“

Dieses Kribbeln soll nun allerdings durch eine andere Form der Freude ersetzt werden. Nicht mehr selbst das Tor zu erzielen, sondern die Mannschaft dabei zu begleiten, eines zu schießen. Nicht mehr selbst den entscheidenden Pass zu spielen, sondern vielleicht die Idee dahinter mit auf den Weg zu geben.

Bergfelde: Eine Basis, die ihresgleichen sucht

Auch mit Blick auf die Entwicklung des Vereins bleibt Schultz realistisch. Wie weit Bergfelde gehen könne und solle, hänge zunächst davon ab, welche Ziele sich der Verein selbst setzt.

Als aktuell kleiner Dorfverein sieht er den Klub bereits außergewöhnlich gut aufgestellt. Gemeint ist dabei nicht nur die sportliche Struktur, sondern vor allem auch die Bedingungen rund um den Fußballplatz. Die gesamte Anlage biete Möglichkeiten, die in Relation zur eigenen Liga-Zugehörigkeit alles andere als selbstverständlich seien. Zum Training zu kommen und vorzufinden, dass das benötigte Material bereits vorbereitet in der Kabine bereitliegt, erinnere in Teilen an professionelle Strukturen.

„Ich kenne kaum einen Verein, der so gut aufgestellt ist wie Bergfelde.“

Gleichzeitig richtet Schultz den Blick auf diejenigen, die hinter den Kulissen dafür sorgen, dass genau diese Bedingungen überhaupt bestehen. Sein Dank gilt deshalb ausdrücklich allen, die den Verein Tag für Tag am Leben halten.

Wer sportlich noch höher hinaus möchte, müsse diese gute Basis aus seiner Sicht vor allem langfristig weiterentwickeln. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Nachwuchsarbeit. Entscheidend sei, die bereits vorhandenen Strukturen kontinuierlich zu stärken, gute Rahmenbedingungen für die Trainerteams zu schaffen und möglichst dauerhaft ein bis zwei Mannschaften pro Altersklasse stellen zu können.

So kann Schritt für Schritt eine nachhaltige Verbindung zwischen Jugend- und Männerbereich entstehen und im besten Fall Jahr für Jahr der eigene Nachwuchs in den Herrenfußball hineinwachsen.

Das Ziel: Bergfelde soll weiter wachsen

Für seine erste Saison als Co-Trainer hat Schultz deshalb auch sportlich einen klaren Wunsch. Natürlich solle die Mannschaft so erfolgreich wie möglich sein. Die Voraussetzungen dafür sieht er als gegeben an.

„Wir haben eine gute Truppe zusammen, die uns alle begeistert.“

Wenn am Ende der Saison erneut der Vereinsrekord in der Kreisoberliga verbessert werden könnte, wäre das für Schultz persönlich ein großer Erfolg. Es geht also nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern darum, das, was bereits funktioniert, weiterzuentwickeln.

„Die Jungs ziehen alle schön mit“

Dass die Mannschaft dafür bereit ist, zeigt sich bereits in der Vorbereitung. Schultz und Cheftrainer Opitz blicken zufrieden auf die vergangenen Wochen zurück. Auch Einheiten, die vielleicht nicht ganz oben auf der persönlichen Wunschliste stehen, werden mitgezogen.

„Jeder weiß, dass es am Ende dazugehört.“

Und genau darin steckt vielleicht auch die wichtigste Gemeinsamkeit zwischen dem ehemaligen Spieler und dem neuen Co-Trainer: Die Freude am Fußball ist geblieben. Nur die Perspektive hat sich verändert. 

« Zurück zur Startseite

Unsere Sponsoren